Tagebuch einer Schulgründung

Selbstverständlich kann man nicht einfach beschließen, eine Schule zu eröffnen. Das ist ein langer Weg, der gegangen werden will und eine Idee, die sehr lange reifen muss.
Das sagen Kirstin und Robert Freitag im Rückblick auf die Entstehung der FASW und ihre ersten – eher entmutigenden – Schritte, diese Schule zu gründen. Viele Rückschläge und absichtliche Verzögerungen seitens der Bezirksregierung hätten wohl auch eher zum Aufgeben der Pläne führen müssen als dazu, sich allen Widrigkeiten entgegenzustellen und nach dreijährigem Ringen den Schulbetrieb im August 2005 aufzunehmen.

Einen starken Einfluss übte ein Aufenthalt Roberts in den 80er Jahren in Quito/Ecuador aus, in dem er  die praktische Umsetzung der Montessori-Pädagogik ganz direkt in der Zusammenarbeit mit Rebecca Wild miterlebte. (Literatur: Pickler/Wild)

Robert Freitag wurde trotzdem erst einmal Mediziner, ebenso wie seine Frau Kirstin. Nach der Geburt von drei Kindern wurde jedoch auch die Vorstellung von Erziehung auf neuen Wegen wieder präsent. Wichtig waren hier insbesondere andere pädagogische Konzepte als diejenigen, die von staatlicher Seite angeboten und als einfach nicht ausreichend empfunden wurden. Einige wichtige erzieherische Erfahrungen wurden deshalb durch die Gründung von Spielgruppen und den daraus 1995 entstandenen Lesekreis gesammelt. Als Konsequenz auf die positive Lern- und Persönlichkeitsentwicklung der Kinder landeten Kirstin und Robert Freitag bald wieder bei der Standardfrage nach geeigneten Schulen, die die Grundideen weiterführen würden.

So kam es Anfang 2002 zum Einreichen des „pädagogischen Konzeptes“ beim Ersatzschuldezernat der Bezirksregierung. Dass „jede andere Schule ja ganz genauso“ funktioniere, war die offizielle Begründung, dieses Konzept abzulehnen. So musste Klage gegen die Bezirksregierung erhoben werden. Erneute Ablehnung, diesmal mit der Begründung, dass die formalen Voraussetzungen fehlten, führte zu einer Revision beim Oberlandesgericht Münster.

2003 wurde der Förderverein der Schule gegründet. Aufgrund der Verzögerungen beim Genehmigungsverfahren und durch den Rechtsstreit kam es dazu, dass bis zur Entscheidung im Februar 2005 sowohl Eltern und Schüler als auch die Lehrer weg waren, lediglich die Schulleiterin Susanne Strothkötter blieb dabei.

„So kann man als Menschen doch einfach nicht miteinander umgehen“, sagt Robert Freitag im Rückblick auf die Zeiten des Wartens auf Genehmigungen. Ein ergänzendes Gutachten Prof. Axel Burows von der Universität Kassel sowie Konkretisierungen des pädagogischen Konzeptes stellten dann die Weichen zur Aufnahme des Schulbetriebs 2005. Weitere Ausdehnungen von der Grundschule über die OGATA hin zur Realschule (2007) und zur integrativen Schule zeigen eine Entwicklung auf, die ein (Schul-) Zeugnis anderer Art ablegen: So kann man nämlich sehr gut miteinander umgehen – als Menschen.